• Tanja Brandl

Eisen - Warum ist das so wichtig?

Eisen ist einer der Nährstoffe, über den die meisten schon etwas gehört haben, besonders oft hört man den Begriff "Eisenmangel", aber warum ist Eisen eigentlich so wichtig und was genau macht es in unserem Körper?


Was macht Eisen?


Eisen hat viele Aufgaben im Körper, die Wichtigsten sind:

  • es ist ein wesentlicher Bestandteil des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin)

  • ist für den Sauerstoff­transport von der Lunge zu den Geweben wichtig

  • Speicherung von Sauerstoff in den Muskeln (in der Form von Myoglobin)

  • die Übertragung von Elektronen im Energiestoffwechsel

  • außerdem ist es Bestandteil verschiedener Enzyme



Eisen allein kann sich jedoch nicht einfach frei im Körper bewegen es ist beispielsweise immer gebunden an:

  • Hämoglobin - Eisen u.a. ein wichtiger Bestandteil des roten Blutfarbstoffes,

  • Transferrin – Eiweißstoff zum Transport von Eisen im Blut

Transferrin wird von der Leber gebildet und transportiert das im Darm aufgenommene bzw. bei Abbauprozessen frei gewordene Eisen unter anderem zum Knochenmark, wo die Blutbildung stattfindet.

  • Ferritin – Eiweißstoff für die Speicherung von Eisen im Körper

Ferritin ist ein Eiweißstoff für die Speicherung von Eisen im Körper. Das meiste Ferritin findet sich im Inneren von Zellen (Leber, Milz, Knochenmark). Ein kleiner Anteil von Ferritin findet sich in der Blutflüssigkeit und spiegelt hier den Eisenhaushalt des Körpers wider.

  • Myoglobin - ein Muskelprotein, das eine sauerstoffbindende Hämgruppe enthält


Je nach Körpergewicht enthält der Körper 2g bis 4 g Eisen. Das ist Mengenmäßig klein deshalb zählt es zu den Spurenelementen.

  • Etwa 60 % findet sich im Blut (Hämoglobin)

  • 25 % werden in Leber, Milz und Knochenmark (Ferritin und Hämosiderin) gespeichert

  • etwa 15 % sind an Muskelprotein (Myoglobin) und Enzymen gebunden.


Als essentielles Spurenelement kann der menschliche Körper Eisen nicht selbst herstellen. Daher sind wir auf die Aufnahme von Eisen über die Nahrung angewiesen.


Eisen wird vom Magen-Darm-Trakt aufgenommen, allerdings ist die Aufnahmefähigkeit für Eisen beschränkt:

  • 5% bis maximal 15% des zugeführten Eisens wird auch wirklich resorbiert, der Rest wird ungebraucht wieder ausgeschieden.


Tagesbedarf / Referenzwerte


Was bedeuten niedrige Eisenwerte und wie machen sie sich bemerkbar?


Ein Eisenmangel kann zu einer Störung der Blutbildung und in weiterer Folge zu einer Blutarmut (Anämie) führen.


Als Risikogruppe für einen Mangel gelten unter anderem:


  • Kindern und Jugendliche - sich im Wachstum befindende Personen

  • Senioren - durch eine verschlechterte Resorption

  • Frauen im gebärfähigen Alter - durch den Eisenverlust der Menstruation

  • frisch entbundenen Frauen sowie Patienten nach Operationen - durch den erhöhten Blutverlust

  • Sportler gelten aufgrund der Auswirkung auf die körperliche Leistungsfähigkeit und von häufig vorhandenen Risikofaktoren wie einer restriktiven Ernährung oder trainingsinduzierten Entzündungszuständen ebenfalls zur Risikogruppe


Eine Verminderung des Eisengehalts im Blut kann insbesondere folgende Ursachen haben:


  • Eisenverlust: Blutungen (Menstruations-, Darmblutungen etc.)

  • zu geringe Eisenaufnahme: z.B. ungenügende Zufuhr mit der Nahrung, oder ungenügende Aufnahme aufgrund von Darmerkrankungen

  • erhöhter Eisenbedarf: z.B. Schwangerschaft, Wachstumsschübe

  • Eisenverteilungsstörung: chronische Entzündungen (z.B. Rheuma)

  • andere Ursachen


Die Symptome bei Eisenmangel können vielschichtig sein, da sich das Spurenelement in fast jeder Zelle befindet und eine zentrale Rolle im Energiehaushalt des Körpers hat:


  • Müdigkeit – das häufigste Symptom – schreiben viele ihrem Lebenswandel oder hohen den Anforderungen des Alltags zu

  • Abgeschlagenheit & Konzentrationsschwäche sowie gedrückte Stimmungslage

  • Schlafstörungen

  • Kopfschmerzen

  • bis hin zu körperlichen Anzeichen wie Haarausfall, brüchige Nägel oder eingerissene Mundwinkel

  • auch erhöhte Infektanfälligkeit und Kälteempfindlichkeit können Symptome sein


Die sogenannte Eisenmangelanämie ist eine der häufigsten Anämieformen des 21. Jahrhunderts.

Bei dieser Erkrankung kann eine Reihe von Laborwerten wie folgt verändert sein:


  • Erythrozyten: vermindert

  • Hämoglobin/Hämatokrit: vermindert

  • MCV/MCH: vermindert

  • Eisen im Serum: vermindert

  • Transferrin im Serum: erhöht

  • Ferritin im Serum: vermindert, Ferritin ist aber auch bei Entzündungsprozessen erhöht (sogenanntes „Akute-Phase-Protein“). Aus diesem Grund müssen Entzündungsprozesse bei der Beurteilung des Eisenstoffwechsels berücksichtigt werden.


Im Labor ist der Eisenbefund als einziger Wert für die Diagnostik einer Eisenmangelanämie (Blutarmut aufgrund eines Eisenmangels) daher nicht aussagekräftig.


Die Diagnose ist vor allem bei Sportlern wegen fehlenden oder unspezifischen Symptomen und der üblichen laborchemischen Abklärung mittels Ferritin (=Eisen) nicht immer zuverlässig.

Der Eisenwert unterliegt großen Schwankungen und sollte deswegen nur in Kombination mit den übrigen Laborbefunden des Eisenstoffwechsels beurteilt werden.



Was kann erhöhte Eisenwerte im Blut verursachen?

  • vermehrte Eisenaufnahme: Erbkrankheit (primäre Hämochromatose)

Die Hämochromatose (Bronzediabetes) ist eine erbliche Eisenspeicherkrankheit. Infolge einer gesteigerten Eisenaufnahme im Darm kommt es zu einer Eisenüberladung des Körpers. Dabei lagert sich überschüssiges Eisen in den Geweben ab und führt zu Organschädigungen von Leber (Leberzirrhose), Bauchspeicheldrüse (Zuckerkrankheit), braun-grauer Hautverfärbung etc.

  • Schilddrüsenüberfunktion


Vorkommen von Eisen in der Nahrung


Eisen ist neben den bekannten Quellen (Getreide, Nüsse, Hülsenfrüchte) in ganz besonders hohen Mengen vor allem in Kräutern und Gewürzen enthalten.


Damit der Körper Eisen besser aufnehmen kann er durch Kombination gewisser Nährstoffe unterstützt werden:

  • Durch zeitgleichen Konsum von Vitamin C verbessert sich die Aufnahme von Eisen im Körper

Es gibt jedoch auch ungünstige Kombinationen die eine Eisenaufnahme hemmen:

  • Koffein, Milchprodukte und Weissmehlprodukte



Umgerechnet würde das bedeuten, das der empfohlene Tagesbedarf an Eisen einer erwachsenen Frau bereits mit 12,5 g getrocknetem Thymian gedeckt werden kann. (Hier ist die Resoprtionsrate mit 5% bis 15% lt. DGE bereits berücksichtigt!)


Bei weiterführenden Fragen zu Eisen könnt ihr uns gerne kontaktieren !


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Quellen:

  1. https://www.nutritional-software.at/bls-recherche/resultView.php

  2. https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/eisen-qualitaet-nicht-quantitaet-ist-die-frage-8026

  3. Deutsche Gesellschaft für Ernährung ( https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/eisen/ )

  4. https://www.gesundheit.gv.at/labor/laborwerte/blutbild/ferritin

  5. https://www.gesundheit.gv.at/labor/laborwerte/blutbild/eisen-fe

  6. https://sgsm.ch/.../Zeitsch.../66-2018-2/2-2018_1_Quadri.pdf

  7. https://www.eisencheck.at/eisen-im-koerper/eisenstoffwechsel/

  8. Bildquellen: Pixabay

  9. Grafiken von VeganEnergy e.U.


Dieser Artikel enthält Werbelinks zum uns zugehörigen Onlineshop myveganshop. (Grafik eisenhaltige Gewürze)

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