• Tanja Brandl

Proteine - Eiweiß

Der Name Protein leitet sich von dem griechischen Wort „proteno“ ab, was soviel bedeutet wie „Ich nehme den ersten Platz ein“. Warum dieser Name so passend ist, erfährst du in unserem heutigen Beitrag.


Wenn du nachlesen möchtest wie die Verdauung allgemein funktioniert kannst du den Blogeintrag unsere Verdauung dazu lesen.

Später wird es dann noch einen Beitrag gesondert für die Eigenheiten und Details der Proteinverdauung geben.

Protein oder auch Eiweiß genannt, ist eines der Makronährstoffe, neben Fett (Lipide) und Kohlenhydrate (Zucker und Ballaststoffe). Neben den „einfachen“ Proteinen, die ausschließlich aus Aminosäuren aufgebaut sind, gibt es sogenannte „zusammengesetzte (konjugierte)“ Proteine, die eine zusätzliche Gruppe, z.B. Lipide oder Kohlenhydrate beinhalten.


Proteine werden im Stoffwechsel von Menschen, Tieren, Pflanzen, Pilzen, Bakterien und Hefen gebildet und sind unter anderem ein wichtiger Bestandteil von Zellstrukturen.



Doch was genau bedeutet das?

Im menschlichen Körper werden 20 verschiedene Aminosäuren zum Aufbau von Proteinen benötigt.


Neun dieser zwanzig Aminosäuren können im

menschlichen Organismus nicht neu aufgebaut werden. Sie werden als unentbehrlich (früher: essenziell) bezeichnet: Isoleucin, Leucin, Lysin, Methionin, Phenyl­alanin, Threonin, Tryptophan, Valin sowie für Säuglinge Histidin.


Diese Aminosäuren müssen über die Nahrung aufgenommen werden!


Ohne eine regelmäßige Zufuhr dieser unentbehrlichen Aminosäuren können Mangelerscheinungen auftreten.


Die übrigen elf können unter normalen Bedingungen und bei ausreichenden Mengen an Stickstoff im Stoffwechsel selbst aufgebaut werden. Sie gelten als entbehrliche (früher: nicht-essenzielle) Aminosäuren: Alanin, Arginin, Asparagin, Asparagin­säure, Cystein, Glutamin, Glutamin­säure, Glycin, Prolin, Serin und Tyrosin.


Unter bestimmten krankheitsbedigten Umständen können einige der als entbehrlich eingestuften Aminosäuren, z.B. Cystein, Glutamin, Tyrosin und möglicherweise Arginin, nicht oder nicht in ausreichenden Mengen bereitgestellt werden.


Dazu gehören z.B. Leber­krankheiten, die zu eingeschränkter Enzymkapazität führen können, Früh- oder Neugeborene, deren Synthesewege noch nicht vollständig ausgeprägt sind, oder Enzymdefekte wie der Phenylketonurie (eine Stoffwechselerkrankung).


Welche Aufgaben haben Proteine nun genau im Körper?


Eiweiß (Protein) spielt im Körper bei vielen lebenswichtigen

Prozessen eine entscheidende Rolle. Eine besonders wichtige Funktion von Eiweiß ist es, neue Zellen aufzubauen oder bestehende Zellen zu reparieren. Proteine stellen den Grundbaustein aller menschlichen Zellen dar. Proteine sind sozusagen die Grundbausteine für beinahe alles.


Nahrungsproteine versorgen den Körper primär mit unentbehrlichen Aminosäuren und Stickstoff für den körpereigenen Aufbau von Proteinen, zum Beispiel



  • Strukturproteine wie Actin, Myosin und Kreatin


  • Transportproteine wie Hämoglobin oder Transferrin


  • Rezeptorproteine

  • immun­aktive Proteine wie Immunglobuline


  • und anderen stickstoffhaltigen Verbindungen, z.B. Enzyme, Peptidhormone wie Insulin


  • sowie DNA und RNA


Aminosäuren sind außerdem Vorstufen in der Synthese von zahlreichen Stoffwechselprodukten wie z.B. Gallensäuren, Serotonin und Histamin.


Nahrungsproteine können zudem zur Energiebereitstellung herangezogen werden, beim Abbau werden pro g Protein 4 kcal (17 kJ) freigesetzt.


Wie viel Protein soll man nun also zu sich nehmen?

Um das für jeden Einzelnen sagen zu können müsst ihr leider den Taschenrechner zücken, es gibt zwar allgemeine Gramm Angaben pro Tag, aber für den Einzelnen besser passend sind die Werte, die man pro kg Körpergewicht selber errechnet.


Ein Beispiel:

Eine 30ig jährige Frau mit 65 kg hat einen Protein Tagesbedarf von 0,8*65 = 52g Eiweiß

Ein 16 jähriger Junge mit 85 kg hat einen Bedarf von 0,9*85= 76,5g Eiweiß


Hier die Tabelle mit den Werten dazu:

Man muss jedoch beachten, dass die oben angegebenen Proteinwerte nur für den "normalen" Gewichtsbereich gelten. Das heißt bei einem BMI von 18,5 bis 25.

Wenn jemand übergewichtig ist - sei es nun, weil er Bodybuilder ist oder einfach etwas zu viel auf den Hüften hat oder im Gegenteil untergewichtig, dann stimmt diese Berechnung nicht oder nur näherungsweise.


Kann denn zu viel Protein schaden?

Es gibt Hinweise, dass sich mit einer, über dem Bedarf liegenden, steigenden Proteinzufuhr in der Schwangerschaft sowie bei Säuglingen das Risiko für Übergewicht bei den Kindern erhöht. Eine deutlich über dem Bedarf liegende Proteinzufuhr aus Säuglingsmilchnahrung scheint zudem zu einer Vergrößerung der Nieren bei Säuglingen zu führen, wobei noch unklar ist, ob dies mit negativen Folgen verbunden ist.


Bei Erwachsenen mit eingeschränkter Nierenfunktion kann eine erhöhte Proteinzufuhr zu einer weiteren Verschlechterung der Nierenfunktion führen. Für gesunde Erwachsene liegen keine ausreichenden Daten vor, um den Zusammenhang zwischen der Proteinzufuhr und der Nierenfunktion zu beurteilen.


Es gibt jedoch in einiger Literatur immer wieder Empfehlungen nicht mehr als 2g pro kg Körpergewicht zu konsumieren.


Durch die hochdosierte Zufuhr einzelner Aminosäuren in Form von Präparaten kann es außerdem zu einem Ungleichgewicht im Aminosäurenstoffwechsel kommen. Tiermodelle geben Hinweise, dass es dadurch zu einer Unterversorgung mit anderen Aminosäuren oder zu neurologischen Störungen kommen kann.


Bei einer deutlich über dem Bedarf liegenden Proteinzufuhr sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden, da der beim Abbau entstehende Harnstoff (vor allem bei tierischem Protein) mit dem Urin ausgeschieden werden muss - daher auch die erhöhte Nierenbelastung.


Was ist wenn ich zu wenig zu mir nehme? (Die größte Sorge bei rein pflanzlicher Nahrung)

Besteht eine Unterversorgung mit Protein, reduziert der Körper zunächst die Stickstoffausscheidung und versorgt sich selbst, indem er körpereigenes Protein aus der Muskulatur abbaut. Dieser Abbau der Muskelmasse geht mit einer Abnahme der Muskelfunktion einher, welche bei älteren Menschen das Risiko für Frakturen und Gebrechlichkeit erhöht.


Bei länger anhaltendem Proteinmangel kann der Körper selbst durch Muskelabbau nicht mehr ausreichend Aminosäuren bereitstellen und es kommt zur Beeinträchtigung von Stoffwechsel- und weiteren Organfunktionen.


Proteinquellen

Aber auch bei rein pflanzlicher Nahrung kann man seinen Proteinbedarf leicht decken. Im folgenden Bild werden ein paar besonders hochwertige Proteinquellen gezeigt.




Ich hoffe ich konnte dir mit diesem Beitrag die Wichtigkeit der Aminosäuren, die die eigentlichen Bausteine der Proteine darstellen, etwas näher bringen und dir diesen Makronährstoff somit leicht verständlich näher bringen.


proteinreiche Grüße

Tanja und Nina

(meine Korrekturfee die auch die Beiträge noch etwas lesbarer macht und schöner gestaltet)



Quellen:

  1. https://www.dge.de/wissenschaft/weitere-publikationen/faqs/protein/

  2. Diätik Unterlagen FHGOOE Hebammenstudium

  3. Bildquellen: Pixabay

  4. Grafiken von Vegan Energy e.U.

  5. https://www.nutritional-software.at/content/nuts-service/naehrwert-suche/

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